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Zur Geschichte des Kepler-Gymnasiums - 14. Ausblick

  

14. Ausblick

 

400 Jahre Lateinschule Freudenstadt“ – es ist kein Thema, in dem von großen Erfolgen und Triumphen berichtet werden kann. Vielmehr sind die Verhältnisse an der lateinischen Schule stets ein Spiegel der Verhältnisse in der Stadt gewesen. Wir haben gesehen, mit welcher Mühe und mit welchen Frustrationen in alter Zeit die Präceptoren der Lateinschule ihre Unterrichtsarbeit leisten mussten und wie sie um Anerkennung zu kämpfen hatten.

 

Auch heute wird immer wieder aufs Neue die Frage gestellt: „Was bringt mir eigentlich Latein?“ und Latein ist an dieser Schule – und sicherlich auch anderswo, wenn die vielerlei Erklärungs- und Informationsseiten diverser Schulen im Internet richtig verstanden werden – heute das einzige Fach, das immer wieder in der Situation steckt, sich rechtfertigen zu sollen. Denn offensichtlich fällt es Jahr für Jahr schwer, zu einem Schulfach ja zu sagen, dessen Anwendbarkeit nicht auf der Hand liegt, das Mühe macht und dessen Erträge erst spät zu ernten sind.

 

Aber trotz aller Widrigkeiten haben Kinder in Freudenstadt seit 400 Jahren Latein gelernt. Auch jetzt tun sie es – immer noch und immer wieder –, und wenn der politische Wille mit dem Fach Latein nicht die gleichen Absichten verwirklichen wird, wie es mit dem Fach Griechisch schon seit langem geschehen ist, dann wird noch geraume Zeit diese Basissprache des westlichen Europa ihren Platz an den Schulen behalten.

 

Wir alle wissen auch, dass im neuen, großen Europa Arbeitsplätze nicht mehr nur am Heimatort oder in dessen Nähe angestrebt werden können, dass Arbeit denen zufallen wird, die auf Grund ihrer Sprachkompetenz Städte und Länder wechseln können. Für einen jungen Menschen wird daher die solide Kenntnis einer Basissprache, die es möglich macht, anwendbare Sprachen rasch zu erlernen, unverzichtbar. Im östlichen, neu dazu gekommenen Europa ist diese Basissprache eine slawische Sprache, im westlichen Europa das Lateinische.

 

Die Gemeinschaft von 25 Staaten trägt den Namen einer Gestalt der europäisch-griechischen Tradition. Diese Tradition darf jedoch nicht nach rückwärts gewandt verstanden werden, sondern als Fundament, auf dem die Generationen vor uns gestanden sind, auf dem wir selber stehen und auf dem auch kommende Generationen stehen werden.

 

Dafür öffnet sich eine ganz neue Perspektive: Im März 2004 beschloss die Gesamtlehrerkonferenz des Kepler-Gymnasiums Freudenstadt, das so genannte „Biberacher Modell“120 an der Schule einzuführen, und die übrigen Gremien der Schule übernahmen dieses Votum. Nach diesem Modell werden im achtjährigen Gymnasium in Klasse 5 zwei Fremdsprachen angeboten. Die erste, Englisch, wird seit Beginn dieses Schuljahres 2004 / 2005 mit vier Stunden unterrichtet, die zweite Fremdsprache, Latein, wird mit drei Stunden erteilt und zählt zunächst noch nicht für die Versetzung, erst ab Klasse 6. Knapp 120 Mädchen und Buben wurden für vier Klassen angemeldet, und davon werden nun knapp 50 nach dem „Biberacher Modell“ unterrichtet. Diese Kinder befinden sich nun (im Schuljahr 2009 / 2010) in der zehnten Klasse und werden, wenn alles gut geht, ihre Latein-Karriere mit dem Latinum abschließen. Daneben haben sie am Kepler-Gymnasium die Möglichkeit bekommen, in Klasse 8 zwischen Französisch und Spanisch als dritter Fremdsprache zu wählen.

 

Im Sommer 2004 befand im Stadthaus auf den Freudenstädter Marktplatz die eindrucksvolle Ausstellung über den Wiederaufbau der Stadt vor 50 Jahren. In dieser Ausstellung waren auch verschiedenste Pläne zu sehen, wie die Planer sich damals den Wiederaufbau des zerstörten Freudenstadt vorgestellt haben. Ein Plan aber, und es ist dieser, der zuletzt und vorbildhaft das Bild unserer Stadt, wie wir sie alle kennen, geprägt hat, ragt heraus, der Plan von Ludwig Schweizer. 121 Denn er ist der einzige, der auch dem Ort hinter der Kirche sein altes Gesicht belassen hat. Und so zitiert das Wohnhaus, das im Winkel von Schulstraße und Schickhardt-Straße errichtet wurde, das ehemalige Gebäude der Lateinschule122.

 

Und so wie wir immer noch und wieder im Stadtbild die Kontinuität während 400 Jahren wahrnehmen können, müssen wir auch die Kontinuität im Lehren und Lernen festhalten.

 

Wir müssen feststellen, dass zu allen Zeiten der Satz aus der Großen Württembergischen Kirchenordnung von 1559 gegolten hat und weiterhin gilt:

 

 

 

 

 

Dan recht schuol halten erfordert / das der Præceptor unverdrossen sey.