Funnyvento - das Ende ist gekommen
Geschrieben von schoch Erstellt: 28. Juli 2014   
Funnyvento SchülerfirmaRückblickend auf ein Jahr Seminarkurs fand am 17.07.2014 die zweite Hauptversammlung des Juniorunternehmens „funnyvento“ statt. In der Mensa des Kepler-Gymnasiums in Freudenstadt versammelten sich daher die Anteilseigner, um das Resultat zu erfahren, das die Schüler und Schülerinnen der J1 das Schuljahr über im Unternehmen erbracht haben. Dabei stellten sich die einzelnen Abteilungen nochmals vor und präsentierten ihre eigenen Erfahrungen und Aktionen, die zum Erhalt des Unternehmens beitrugen.In erster Linie wollten sich die Mitarbeiter bei allen Anteilscheinnehmern, die sie finanziell unterstützt haben, wie auch bei den Kindern und deren Eltern, deren Unterstützung durch den Besuch der einzelnen Events erfolgte, bedanken. Auch ihrem Seminarkurslehrer Christoph Rempfer, der für alle Fragen offen war, sprachen die Schüler Dank aus. Bestehend aus 14 Mitgliedern wurde im Rahmen des Seminarkurses „Junge Unternehmer“ am Kepler-Gymnasium von September des letzten Jahres bis zum heutigen Tag der offiziellen Auflösung ein Unternehmen auf die Beine gestellt. „Funnyvento“ hat sich auf die Unterhaltung von Kindern und Jugendlichen in Form von Veranstaltungen spezialisiert.
Von der letzten Hauptversammlung, über den ersten Event bis hin zum heutigen Tag ist viel geschehen. Das vergangene Jahr hat die Gruppe zusammengeschweißt und jeder Einzelne ist in seinen Aufgaben gewachsen. Was am Anfang noch als leichte Nebenbeschäftigung angegangen wurde, erwies sich schon bald als große Herausforderung, die einige Probleme hervorrief und den Einsatz jedes Mitarbeiters verlangte. Trotz teilweise steinigem Weg wurde das Projekt jedoch sowohl von den Anteilseignern als auch von allen Unternehmern letztendlich als Erfolg angesehen.
In der Gründungsphase bestand der Kurs aus 28 Schülern, die dann nach dem Zufallsprinzip auf zwei Unternehmen verteilt wurden. Deshalb war es am Anfang schwer sich in einer bestimmten Abteilung einzuordnen. Auch die Wahl des Vorstandes war ein zentraler Punkt, der nicht ohne weiteres entschieden werden konnte, da dieser bestimmte Eigenschaften besitzen muss, um das Unternehmen und vor allem das Mitarbeiterklima zu kontrollieren. Der Gedanke, dass ein Mitschüler auf einmal in seiner Position als Vorstand in der Hierarchie den restlichen Teilnehmern übergeordnet wird, stellte im Schulalltag eine ganz neue Situation dar, mit der alle erst lernen mussten umzugehen. Trotz anfänglicher Entscheidungsschwierigkeiten stellte sich die Zuordnung der einzelnen Mitglieder auf die Abteilungen als zufriedenstellend heraus. Jeder war sich nun seiner Aufgaben innerhalb des Unternehmens bewusst. Ein weiterer zentraler Punkt war die Gruppendynamik, die sich erst im Laufe der Zeit entwickeln musste. Im Zuge dessen wurden bestimmte Prozesse automatisiert, denn jeder wusste allmählich wo die Stärken und Schwächen der Mitarbeiter liegen.
Das Unternehmensklima stellte sich als sehr positiv dar, auch in schwierigen Phasen herrschte ein respektvoller Umgang unter den Schülern. Entscheidungen wurden in großer Runde diskutiert und Kompromisse gefunden, mit denen jeder Mitarbeiter zufrieden war.
In puncto Organisation, Zeitplanung und Evaluation, die für das Gelingen solcher Projekte Schlüsselindikatoren darstellen, haben wir versucht, uns ein Beispiel an großen, erfolgreichen Firmen zu nehmen, bei denen Controlling-Instanzen und ein gutes Zeitmanagement Basis für ein gutes Geschäftsgelingen ist. Dabei spielen Instrumente wie Marktanalysen, Kosten-Nutzen-Rechnungen und Umfragen zur Kontrolle und Steuerung des Unternehmens eine wichtige Rolle.
Zu Beginn des Schuljahres verfasste jedes Mitglied des Unternehmens eine individuelle Zielsetzung, die alle Vorsätze beinhaltet, die im Laufe des Geschäftsjahres erfüllt werden sollen. Dabei muss man zwischen persönlichen und unternehmerischen Zielen unterscheiden. Die unternehmerischen Ziele tragen zur Ausweitung und dem Bestand des Unternehmens bei. Wichtige Faktoren können hierbei sein: Gewinn-Maximierung, Marktanteils-Steigerung, Umsatz-Maximierung oder Kosten-Senkung. „Wir haben den Seminarkurs nicht belegt, um als erfolgreiche Unternehmer die 11. Klasse zu verlassen oder um so viel Geld zu verdienen ,dass wir uns den üblichen Ferienjob sparen können, sondern vielmehr um Einblicke in die Welt der Unternehmen zu bekommen und die einzelnen Abläufe kennenzulernen“, so ein Mitarbeiter des Unternehmens. Auch wenn der finanzielle Gewinn noch ausbaufähig ist, sind sich alle Mitglieder einig, zumindest die Wichtigsten ihrer Ziele erreicht zu haben. Sie haben grundlegende Erfahrungen gemacht, die ihnen im Laufe ihres weiteren Lebens noch nützlich sein können. Ein Unternehmen zu führen bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und die Arbeit zu teilen. Denn nur durch das Zusammenwirken aller Beteiligten kann ein solches Projekt auf die Beine gestellt werden. Die Schüler haben abgesehen von ihren eigenen Erfahrungen vielen Kindern tolle Events ermöglicht, bei denen alle Beteiligten viel Spaß. Durch dieses Erfolgserlebnis und die positiven Rückmeldungen der Eltern und Kindern wurde der Kurs zusätzlich gestärkt und motiviert. Die Anteilseigner werden den verbleibenden Betrag des Unternehmenskapitals an das Kinder- und Jugendzentrum Freudenstadt spenden, wodurch sie zusätzliches Engagement über das Schülerunternehmen hinaus beweisen, und sich für die Zukunft unserer Kinder stark machen.
 
 
Text und Bild: Felix Schoch