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Home Aktuelles Schuljahr 2016 / 2017 Vier Tage Malerweg im Elbsandsteingebirge und ein abruptes Ende
Vier Tage Malerweg im Elbsandsteingebirge und ein abruptes Ende
Der Malerweg ist ein prämierter Fernwanderweg im Elbsandsteingebirge. Auf ca. 115 km werden über 4000 Höhenmeter zurückgelegt. Meist sind es steile Auf- und Abstiege mit Stufen oder Metallleitern. Dabei passiert man viele berühmte Sehenswürdigkeiten wie die Bastei, die Schrammsteine oder die Festung Königstein. Der Weg ist in 8 Etappen unterteilt. Für uns waren diese aber jeweils zu kurz, so dass wir uns den Weg in 5 Etappen aufteilten.
Am ersten Ferienfreitag fuhren wir mit einem Bus und einem PKW nach Flöha in Sachsen. Dort konnten wir in der Pomselschänke übernachten. Grafik1Die Inhaber waren nicht da, aber sie hinterließen uns einen vollen Kühlschrank, einen Pool und alles was wir zum Schlafen, zum Grillen und zum Frühstück brauchen. Am Morgen starteten wir dann sehr früh nach Pirna, da wir mit einer langen ersten Etappe rechneten.
Frau Pallesche blieb mit Bus und PKW in Pirna, wo sie für Notfälle auf Abruf bereit stand. Wir starteten am Liebethaler Grund, dem Einstieg in die Sächsische Schweiz. Ein imposanter Weg zwischen hohen Felswänden. Unser erstes Ziel war die Gautschgrotte, in der wir übernachten wollten. Wir passierten das Richard-Wagner-Denkmal, die Bastei – die von Touristen überflutet war – den Amselsee, Hockstein und die Burg Hohnstein. Diese erste Etappe war anstrengend, da wir noch nicht im Laufrhythmus waren. Wir durften aber auch nicht zu viel Energie lassen, Grafik3da wir am nächsten Tag die schwierigste Etappe mit knapp 30 km und über 1200 Höhenmeter vor uns hatten. Aber jede Anstrengung wurde mit herrlichen Aussichten belohnt.
Am nächsten Tag war der "Kuhstall" das Ziel. Auf dieser Etappe beeindruckten uns vor allem die Schrammsteine. Hierfür waren alpine Aufstiege nötig. Wir verließen den Weg, um in Bad Schandau an der Elbe einkehren zu können. Dort machten wir dann auch eine längere Pause, in der es sich die Jungs nicht nehmen ließen, in der Elbe ein Bad zu nehmen. Kurz vorm Aufstieg zum Kuhstall hat ein starkes Gewitter die Feuerwehr ausrücken lassen – wir blieben davon unbeeindruckt, da Regen in dem Moment einsetzte, als wir ein Restaurant zum Abendessen betraten.
Grafik6Am nächsten Morgen verließen wir den Kuhstall mit dem Ziel Reinhardtsdorf. Dort hatten wir eine Wanderherberge gebucht. Am Morgen steuerten wir aber zunächst die Neumannmühle an, in der wir uns ein tolles Frühstück gönnten. Auf dieser Etappe lag der "große Winterberg". Hier erwartete uns der anstrengendste Anstieg der Tour. Nach dem Abstieg überquerten wir die Elbe mit einer Fähre, um auf der anderen Elbseite zurück nach Pirna zu wandern. Im Quartier bekamen wir am Abend Besuch von der Familie von Frau Pallesche, die uns mit weiterem Blasenpflaster und Spaghetti versorgte.
Am nächsten Morgen verließen wir den Ort mit der ältesten und schönsten Dorfkirche mit dem Ziel Thürmsdorf. Dort wollten wir in einer Höhle schlafen. Diese imposante Etappe führte uns über den Papststein, Pfaffenstein und die Festung Königstein. Am Abend in der Höhle hatte dann einer unserer Wanderer Bauchschmerzen. Gegen 22.30 Uhr hatte sichGrafik2 die Situation dann so zugespitzt, dass wir einen Krankenwagen holen mussten. Frau Pallesche kam zur Höhle, um bei den anderen zu bleiben. Nach meiner Rückkehr zur Gruppe deutlich nach Mitternacht – der Schüler musste im Krankenhaus bleiben -  stellte sich heraus, dass die nächsten drei krank waren. Auch diese Schüler brachte ich ins Krankenhaus. Es stellte sich heraus, dass wir uns einen Infekt eingefangen hatten. Insgesamt waren 8 von 10 betroffen. Man vermutet, dass das Wasser eines Wasserhahns nicht in Ordnung war.So mussten wir abbrechen, ohne die letzten 14 Kilometer zu laufen. Diese letzte Etappe ist zwar nur eine Auslaufetappe, aber es ist schade, dass wir den Weg nicht beenden konnten. Das Gefühl des Ankommens wäre für unsere tapferen Wanderer eine große Genugtuung gewesen.
Es war beeindruckend, wie auch unsere jungen Wanderer durchgehalten haben. Wir hatten auch 5 8-Klässler dabei, darunter 4 Mädchen. Ich bin sehr stolz auf euch!Grafik5
Wie geht es weiter? Nach ca. 800 km Wanderungen hatten wir zum ersten Mal einen ernsten Zwischenfall. Aber auch der schlimme Todesfall im Schwarzwald, von dem wir aus der Zeitung erfahren haben, geben mir zu denken. Wir können einfach keine absolute Sicherheit garantieren. Wenn wir dies wollten, müsste man auf sehr vieles verzichten - und selbst dann ist keine Sicherheit garantiert. Es muss uns bewusst sein, dass wir immer ein gewisses Risiko tragen, wenn wir auf einer Trekkingtour sind. Eines ist klar: Die (positiven) Erlebnisse einer solchen Tour werden die Kinder nie wieder vergessen und an schwierigen Situationen wachsen sie über sich hinaus.
Obwohl unsere Tour kein schönes Ende nahm, werden die Kinder von dem Erlebten ihr Leben lang zehren können. Ich bin dankbar, dass ich immer mit Schülern unterwegs sein durfte, die sich an die Regeln halten und meinen Anweisungen folgen. Das ist nicht selbstverständlich. Aber nur so kann ich auch mein Risiko als aufsichtsführende Person tragen.
 
Ruben Pallesche